Energieeffizienz

DIN EN ISO 50001 Einführung

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Einführung der DIN EN ISO 50001 Zertifizierung.

 

Einleitung

Mittels eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 wird die energiebezogene Leistung („energy performance") eines Unternehmens kontinuierlich verbessert, die Energieeffizienz erhöht und die Energienutzung optimiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Beschreibung der Anforderungen bzgl. der Einführung, Betreibung und Optimierung des Systems an das Unternehmen. Unabhängig von der Branche oder Größe des Unternehmens ist der Einsatz eines EnMS sinnvoll.

 

Vorteile einer Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001

Durch eine Zertifizierung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 ergeben sich entscheidende Vorteile:

  • Energieeffizienz als Investitionsanlage: durch gezielte Maßnahmen langfristig Geld einsparen
  • Verringerung des CO2-Ausstosses: Verbesserung der Energiebilanz
  • Änderung der Denkweise: Erkennung und Umsetzung des konkreten Handlungsbedarfs durch alle Mitarbeiter
  • Erhöhung der Wirtschaftlichkeit: Senkung der Energiekosten und Sicherung der Wettbewerbsvorteile
  • Imageförderung: Demonstration des Energiebewusstseins des Unternehmens der Öffentlichkeit
  • Einsparung von Steuern und Energie: gezielte Förderung des Engagements von Unternehmen durch den Gesetzgeber – Spitzenausgleich nach Energie- und Stromsteuergesetz, besondere Ausgleichsregelung (BesAR) nach § 63 ff EEG 2014 sowie gezielte Fördermöglichkeiten

 

Ziele eines Energiemanagementsystems nach
DIN EN ISO 50001

  • Energieströme im Unternehmen aufzeigen
  • Kosteneinsparpotentiale veranschaulichen
  • Optimierung des Energieeinsatzes, -verbrauchs und der -effizienz
  • Prozessausbau
  • Mitwirkung bei der Verringerung der CO2-Emissionen

 

Schritte zur Einführung eines Energiemanagement- systems nach DIN EN ISO 50001

Eine kontinuierliche Optimierung ist nur dann möglich, wenn das Unternehmen in einem andauernden PDCA (Plan, Do, Check, Act)- Zyklus einsteigt.
Die Ergebnisse eines Zyklus sind zugleich der Ausgangspunkt für den nächsten Durchlauf. Dadurch wird gewährleistet, dass der aktuelle Energieverbrauch immer wieder überprüft und neu bewertet wird. Dies dient als Basis für die Optimierung der Energieeffizienz und Senkung der Kosten.


Der PDCA-Zyklus:pdca zyklus

  • Plan:
    Im ersten Schritt wird eine energetische Bewer-
    tung durchgeführt. Dies bedeutet, dass rund 90% des Primärenergieverbrauchs (Erdöl, Erdgas, Strom, Stein- und Braunkohle und Fernwärme) auf die Bereiche verteilt und bewertet wird. Notwendige Daten dabei
    sind nicht nur der frühere und aktuelle Energieeinsatz und –verbrauch, sondern
    auch die Einflussfaktoren und die aktuelle Energieeffizienz. Am Ende dieses Zyklusabschnitts stehen die energetische Ausgangsbasis, die definierten Energieleistungs-
    kennzahlen sowie strategische und operative Ziele fest.
  • Do:
    Dieser Abschnitt beinhaltet die Erarbeitung und Ausführung von Aktions- und Maßnahmenplänen für eine konkrete Umsetzung. Dies dient dem Erreichen von Verbesserungen und der Einhaltung der eigenen Ziele. Für wertvolle Impulse und Anregungen zur weiteren Optimierung ist eine gezielte und aktive Einbindung der Mitarbeiter erforderlich.
  • Check:
    Im Vordergrund dieser Phase steht die Beobachtung der ergriffenen Maßnahmen und die Überprüfung der Ziele. Dazu gehört die kontinuierliche Messung der Energieverbräuche und die Überwachung der relevanten Einflussgrößen und Energieleistungskennzahlen. Für die Überprüfung der Systemkonformität sind interne Audits wichtig.
  • Act:
    Im letzten Abschnitt nehmen die Prozessverantwortlichen auf Grund der Überwachungsergebnisse und der internen Audits, Korrekturen vor. Am Ende – und damit am Anfang – steht das Management-Review. Dies beinhaltet die Überprüfung der bisherigen Schritte durch die Geschäftsleitung. Im Focus steht dabei die Wirksamkeit und Eignung des Managementsystems. Nach Abschluss der Prüfung werden neue Verbesserungs- maßnahmen beschlossen und neue oder geänderte Ziele gesetzt.

 

Wie ist der Ablauf einer DIN EN ISO 50001 Zertifizierung?

Der Ablauf einer DIN EN ISO 50001 Zertifizierung besteht aus mehreren Audits:

Vor-Audit:

  • Ermittlung des aktuellen Satus quo durch Experten
  • Feststellung aktuell umgesetzter Anforderungen
  • Optional, d.h. keine Voraussetzung für eine erfolgreiche Zertifizierung


Audit Stufe 1:

  • Sammlung von Informationen über wesentliche Prozesse des EnMS, den Geltungsbereich und standortspezifische Bedingungen vor Ort durch Experten
  • Überprüfung der vorhandenen Managementdokumentation
  • Vorbereitung Audit Stufe 2


Audit Stufe 2/ Zertifizierungsaudit:

  • Überprüfung, ob das vorhandene EnMS, in praktischer Anwendung beim Kunden, den Anforderungen der Norm entspricht
  • Befragung der Mitarbeiter und Bewertung der Unternehmensprozesse, Daten und Kennzahlen
  • Empfehlung der Zertifikatserteilung durch Auditoren bei Erfüllung der Anforderungen
  • Letzter Audittag = Solltermin für Überwachungs- und Re-Zertifizierungsaudit


Zertifikatserteilung:

  • Zertifizierstelle erhält Unterlagen und Nachweise vom Audit und überprüft diese
  • Ausstellung des Zertifikats nach erfolgreicher Überprüfung (Bescheinigung der Normenkonformität und Funktionsfähigkeit des EnMS)


Überwachungsaudits:

  • Dienen dem Beibehalt der Zertifizierung
  • Überprüfung der kontinuierlichen Optimierung des EnMS und Einhaltung der Normanforderungen durch Experten


Rezertifizierungsaudit:

  • Gültigkeit des Zertifikats: Drei Jahre, danach Re-Zertifizierung
  • Erneute Überprüfung der Normenkonformität des gesamten Managementsystem sowie Wirksamkeit der Systematik des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (PDCA-Zyklus) des EnMS

 

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